Auf meinem Grundstück entsteht eine traditionelle Trockensteinmauer. Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen, denn die Mauer wird nicht nur ein schönes Gestaltungselement, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen.
Die passenden Steine sind da
Heute habe ich die ersten Steine für meine Trockensteinmauer geholt. Bei der Auswahl war mir besonders wichtig, ein Material zu verwenden, das zu unserem Boden und zur Landschaft passt. Deshalb habe ich mich für Sandsteinentschieden.
Die unterschiedlichen Größen und natürlichen Formen der Steine sind ideal für den Bau. Nun werden sie am Bauplatz sortiert, damit während des Kurses für jede Stelle der passende Stein griffbereit ist.
Trockensteinmauer-Kurs mit Rainer Vogler
Die Mauer wird im Rahmen eines Kurses vom 20. bis 22. August 2026 errichtet. Geleitet wird der Kurs von Rainer Vogler, dem Gründer der Trockensteinmauer-Schule Österreich. Seit vielen Jahren setzt er sich für die Weitergabe und Wiederbelebung dieses traditionellen Handwerks ein.
Unter seiner fachkundigen Anleitung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie eine stabile Trockensteinmauer ganz ohne Beton oder Mörtel entsteht. Jeder Stein wird sorgfältig ausgewählt und so gesetzt, dass er sich mit den benachbarten Steinen verbindet. Große Steine bilden die stabile Grundlage, kleinere Steine schließen die Zwischenräume.
Zwei immaterielle Kulturerben an einem Ort
An diesem besonderen Standort treffen gleich zwei Formen des immateriellen Kulturerbes aufeinander: das traditionelle Handwerk des Trockensteinmauerns und das über Generationen weitergegebene Wissen und Handwerk rund um die Elsbeere.
Das Trockensteinmauern wurde 2021 in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Tradition des „Odlatzbia Oröwen“ – vom Pflanzen und Pflegen der Elsbeerbäume bis zur Ernte und Verarbeitung der Früchte – ist bereits seit 2020 Teil dieses Verzeichnisses. Weitere Informationen bieten die Seiten der Österreichischen UNESCO-Kommission zum Trockensteinmauern und zum „Odlatzbia Oröwen“ im Wiesenwienerwald.
Hier verbinden sich traditionelles Handwerk, regionales Naturwissen und gelebte Kulturlandschaft. Die Trockensteinmauer wird sich harmonisch zwischen den Elsbeerbäumen einfügen und diese beiden besonderen Traditionen dauerhaft sichtbar miteinander verbinden.
Ein neuer Lebensraum entsteht
Die Hohlräume zwischen den Steinen bieten künftig Schutz und Rückzugsmöglichkeiten für Eidechsen, Wildbienen, Käfer und andere kleine Tiere. Auch verschiedene trockenheitsliebende Pflanzen können sich dort ansiedeln. Damit leistet die Trockensteinmauer einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt.
Ich berichte über den Fortschritt
Mit dem Transport der Sandsteine ist der erste wichtige Schritt geschafft. Als Nächstes wird der Untergrund vorbereitet, bevor beim Kurs Stein für Stein die neue Mauer entsteht.
Ich freue mich darauf, dieses besondere Projekt gemeinsam mit Rainer Vogler und den Kursteilnehmenden umzusetzen und damit zwei lebendige Traditionen an einem Ort zusammenzuführen.




